Ergebnisse CeBIT-Umfrage zu neuen EU-Datenschutzgesetzen:

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird ein Bankinstitut das erste Unternehmen sein, das von der 100 Millionen-Euro-Strafe nach neuer EU-Datenschutzgesetzgebung betroffen ist

Varonis befragte IT-Fachleute auf der CeBIT 2015, ob sie davon ausgehen, dass Ihr Unternehmen in der Lage ist, der Anzeigepflicht von Datenschutzverstößen gemäß neuer EU-Gesetzgebung nachzukommen

NEW YORK, NÜRNBERG, 05. Mai 2015 Varonis Systems, Inc. (NASDAQ: VRNS), einer der führenden Anbieter von Softwarelösungen für unstrukturierte nutzergenerierte Unternehmensdaten, führte im März dieses Jahres eine Umfrage unter IT-Fachleuten auf der CeBIT durch. Im Mittelpunkt der Erhebung standen Fragen zur generellen Einschätzung der neuen EU-Datenschutzgesetze. Noch im Frühjahr 2015 will die EU die Grundverordnung verabschieden. Allgemein wird erwartet, dass die Gesetze noch in diesem, spätestens im kommenden Jahr Gültigkeit erlangen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Varonis-CeBIT-Umfrage:

David Gibson, Varonis Vice President of Marketing: „Wir gehen von einer umfassenden Überarbeitung der EU-Datenschutzgesetzgebung in den nächsten 12 bis 24 Monaten aus. Die Strafen bei Zuwiderhandlungen liegen zwischen 2% der jährlichen Einnahmen und gehen bis zu einer Höchststrafe von 100 Millionen Euro, wenn es Unternehmen nicht gelingen sollte vertrauliche Daten von EU-Bürgern ausreichend vor Datenschutzverletzungen zu schützen. Zu diesem generellen Strafmaß kommen unter Umständen weitere Einzelforderungen, die sich selbst für ein Großunternehmen zu signifikanten Kosten aufaddieren.“ Gibson weiter: „Zudem markieren die neuen Datenschutzgesetze einen Wendepunkt: Von einem Modell der weitgehenden Selbstregulierung hin zu einer Durchsetzungs- und Kontrollregelung. Die darauf basierenden Gesetze betreffen jede Organisation, jedes Unternehmen, das personenbezogene Daten europäischer Bürger und Bürgerinnen speichert. Das gilt auch für US-amerikanische Unternehmen, die in Europa tätig sind. Unternehmen sind dringend gefordert, Kundendaten ausreichend zu schützen und dies nachweislich auf dem dazu notwendigen Level des Datenschutzes. Dazu gehört es, innerhalb von 72 Stunden über Datenschutzverletzungen informieren zu können. Alle EU-Bürger dürfen zudem das Löschen sämtlicher personenbezogener Daten fordern. Auch darauf müssen Unternehmen vorbereitet sein.“

Dazu Mark Deem, Partner bei Cooley LLP, UK: „Im Hinblick auf den stark erweiterten Geltungsbereich der neuen EU-Datenschutzgesetze sowie das damit einhergehende deutlich erhöhte Strafmaß, werfen die Umfrageergebnisse ein interessantes Licht darauf, in welchem Umfang Unternehmen und Organisationen tatsächlich angemessen vorbereitet sind. Und dies sowohl in Bezug auf die umfassenden Compliance-Anforderungen als auch in Bezug darauf, wie im Falle einer Datenschutzverletzung gemäß der neuen EU-Gesetze zu verfahren ist. In der Tat ist das potentiell verhängte Strafmaß innerhalb der neuen Gesetzgebung deutlich näher an Geldbußen, die üblicherweise bei Bestechungsfällen oder Kartellrechtsverstößen verhängt werden. Für den kompletten Finanzsektor werden Datenschutz und Compliance ganz genau so wichtig sein wie die Compliance mit der Finanzaufsicht FCA. Auch wenn die Gesetze vermutlich nicht vor 2017 endgültig in Kraft treten, sind Unternehmen, die datenbasiert Waren und Dienstleistungen in der EU anbieten, gut beraten, sich schon jetzt entsprechend auf die neuen Compliance-Herausforderungen vorzubereiten. Meiner Einschätzung nach gibt es noch viel Nachholbedarf, wollen Unternehmen nicht zu Leidtragenden der neuen EU-Datenschutzgesetzgebung werden.“

Varonis hat 7 Empfehlungen für Sie zusammengestellt, die dazu beitragen, sich auf die mit den neuen EU-Gesetzen einhergehenden Compliance-Herausforderungen vorzubereiten:

1. Minimieren Sie Datenerhebungen – Der EU-Gesetzesentwurf enthält strikte Richtlinien, um die Datensammelwut von Unternehmen gegenüber Verbrauchern zu limitieren.
2. Unmittelbare Anzeigepflicht bei Datenschutzverstößen: Die unmittelbare Anzeigepflicht bei Datenschutzverstößen ist eine neue Anforderung, die auf alle in Europa tätigen Unternehmen zukommt.
3. Seien Sie zurückhaltend beim Aufbewahren von Daten: Die Minimierungsgebote innerhalb der neuen Gesetze gelten nicht nur für den Umfang der erhobenen Daten, sondern wirken sich auch darauf aus wie lange Daten aufbewahrt werden dürfen. Mit anderen Worten: Sie sollten Daten nur solange speichern wie es für den ursprünglich intendierten Zweck tatsächlich nötig ist.
4. Neue Definition personenbezogener Daten: Die EU hat die Definition der sogenannten personenbezogenen Daten deutlich erweitert; diese Änderung ist besonders wichtig, weil sich die neuen EU-Datenschutzgesetze auf den Schutz genau dieser personenbezogenen Daten konzentrieren.
5. Verwenden Sie klare und deutliche Formulierungen: Um Daten zu erheben brauchen Sie die eindeutige Einwilligung eines Konsumenten (also sein klares „opt-in“).
6. Recht auf Datenlöschung: Mit dem sogenannten „Recht auf Löschung“ können Verbraucher eine einmal erteilte Einwilligung in Bezug auf die Datenerhebung widerrufen; Unternehmen müssen diese Daten dann löschen.
7. Cloud Computing: Die neuen EU-Datenschutzgesetze gelten analog für das Cloud Computing. Das Gesetz folgt den Daten.

Weitere Details dazu in Kürze in unserem Blog.

Zusätzlich haben wir die Ergebnisse für Sie in einer (deutschsprachigen) Infografik zusammengefasst, die wir Ihnen gerne zusenden. Wenden Sie sich gerne an Dagmar Schulz unter dagmar@eskenzipr.com.

Umfrage-Methodologie
Die 145 internationalen Umfrageteilnehmer repräsentieren das Fachpublikum der weltweit größten IT-Technologie Messe, der CeBIT in Hannover, Deutschland, mit 221.000 Besuchern im März dieses Jahres. Die Befragten repräsentierten zu 16% deutsche Banken, zu jeweils 3% US-Banken und EU-Bankhäuser, 45% der Befragten rekrutierten sich aus anderen deutschen Wirtschaftsbereichen und Unternehmen, 26% aus anderen EU-Wirtschaftsbereichen und Unternehmen und 7% waren US-amerikanische Unternehmen.

Zusätzliche Quellen:
Weitere Informationen zum Lösungsangebot von Varonis finden Sie unter www.varonis.de. Und beteiligen Sie sich an den Diskussionen auf Facebook, Twitter, LinkedIn und YouTube.